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Der Deutsche Tennis Bund: Ein Verband - viele Gesichter
Kai-Uwe Stratmanns
Hamburg - Rund 1,6 Millionen Menschen spielen in deutschen Vereinen Tennis und machen den Deutschen Tennis Bund (DTB) zum mitgliederstärksten Tennisverband der Welt. Die Serie "Ein Verband - viele Gesichter" wirft einen Blick hinter die Kulissen des DTB und stellt die Menschen vor, die sich dort engagieren. Einer von ihnen ist Kai-Uwe Stratmanns, zuständig für den Ranglisten-Bereich.

Als Kai-Uwe Stratmanns 1992 seinen Job als Ranglisten-Sachbearbeiter beim Deutschen Tennis Bund antrat, war bei der Erstellung der Rankings noch jede Menge Handarbeit angesagt. "Es gab keine Office-Produkte, kein Internet und nur sehr spartanische Hard- und Software", erinnert sich der gebürtige Bremerhavener. Stratmanns musste alle relevanten Ergebnisse manuell in den - aus heutiger Sicht primitiven - Rechner eingeben. Bei über 40.000 Resultaten eine echte Mammutaufgabe: "Das hat mir über die Jahre sicherlich den einen oder anderen Tennisarm beschert", so der gelernte IT-Kaufmann und ehemalige Zeitsoldat. Wenn endlich alle Daten erfasst waren, dauerte der eigentliche Berechnungsvorgang laut Stratmanns noch einmal zwei ganze Tage. "Mittlerweile geht das dank technischem Fortschritt in ungefähr zwei Stunden über die Bühne."

400.000 ranglistenrelevante Ergebnisse pro Jahr

Im Aufgabenbereich von Kai-Uwe Stratmanns hat sich in den letzten zwanzig Jahren vieles verändert. "Bis zu Beginn des neuen Jahrtausends wurden die Ranglisten der Damen, Herren und Senioren noch auswärtig erstellt und ich war nur für den Jugendbereich zuständig. Jetzt verwalten wir das gesamte Ranglistensystem zentralisiert in der DTB-Geschäftsstelle am Rothenbaum", erläutert der 44 Jahre alte Norddeutsche, der in Bad Bederkesa aufgewachsen ist.

Doch nicht nur deshalb ist die Zahl der zu erfassenden Ergebnisse sprunghaft angestiegen. Es gibt heute auch wesentlich mehr ranglistenrelevante Turniere sowie ein Vielfaches an gemeldeten Spielerinnen und Spielern, betont Stratmanns: "Jährlich erfassen mein Kollege Torsten Freytag und ich rund 240.000 nationale und internationale  Resultate. Zusammen mit den Senioren, für die beim DTB Klaus Willert zuständig ist, macht das gut 400.000 Ergebnisse." Das sind riesige Datenvolumen, die dafür sorgen, dass die Erstellung der DTB-Ranglisten trotz teils automatisierter Verarbeitung immer noch jede Menge Zeit in Anspruch nimmt.

Neben der Arbeit an den nationalen Ranglisten nimmt Kai-Uwe Stratmanns auch die Rolle des DTB-Vertreters im Ranglistenausschuss ein. Gemeinsam mit Peter Hamann, dem Referenten für Ranglisten, bereitet er die Sitzungen des Ausschusses vor. Zweimal jährlich legen die sieben Mitglieder die Richtlinien im Ranglisten-Bereich fest. Stratmanns hierzu: "Da findet ein reger und guter Austausch statt. Wir diskutieren über aktuelle Themen und Entwicklungen und bemühen uns, das System immer noch weiter zu verbessern und transparenter zu gestalten."

Turnierplattform als Informationsquelle

Ein wichtiger Schritt war die Einrichtung der DTB-Turnierplattform, die seit 2004 das zentrale Informationsinstrument für alle Turnier- und Mannschaftsspieler darstellt. Auf der Plattform - die man einfach und bequem über die DTB-Homepage erreicht -  erhalten Spielerinnen und Spieler ihre kostenfreie ID-Nummer, ohne die sie nicht bei ranglistenrelevanten Turnieren in Deutschland starten dürfen. "Gegen eine geringe Gebühr kann man dort auch seine Ergebnisse online überprüfen und eventuelle Fehler bei uns melden. Wir empfehlen das, denn nur auf diese Weise kann sichergestellt werden, dass jeder auch der tatsächlichen Leistung entsprechend in den Ranglisten geführt wird", so Stratmanns.

Initiiert wurde die Turnierplattform im Jahr 2001 vom damaligen DTB-Generalsekretär Reimund Schneider, aber die Entwicklung des Portals nahm einige Zeit in Anspruch. Kai-Uwe Stratmanns betreute das Projekt von der Konzeptionsphase bis zur Lancierung drei Jahre später. "Ich habe die Struktur entwickelt und die technische Umsetzung begleitet. Ich bin im Prinzip ständig gependelt zwischen Hamburg und München, dem Sitz unseres IT-Partners. Das war eine stressige, aber auch sehr spannende Zeit." Heute bilden auch die Landesverbände des DTB ihren Spielbetrieb über entsprechende Plattformen ab.

Die deutsche Turnierlandschaft wurde durch die Turnierplattform ebenfalls geprägt. Veranstalter haben seit der Einführung die Möglichkeit, ihr Turnier dort zu registrieren und als ranglistenrelevant genehmigen zu lassen. Die so gesammelten Veranstaltungsdaten bilden die Grundlage für den DTB-Turnierkalender, der jährlich in gedruckter und digitaler Form erscheint und über die DTB-Homepage abrufbar ist. "Der Kalender ist ein unverzichtbarer Kompass für Aktive, Trainer, Funktionäre und auch für Medienvertreter", so Kai-Uwe Stratmanns, der in seiner Freizeit gerne Mal um die Alster radelt.

EDV-Support in der Geschäftsstelle

Neben seinen Aufgaben in den Bereichen Rangliste und Turnierplattform nimmt Kai-Uwe Stratmanns innerhalb der DTB-Geschäftsstelle auch den Posten des EDV-Administrators ein. "Das hat natürlich damit zu tun, dass ich nach dem Abitur zunächst eine Ausbildung als IT-Kaufmann in Bremerhaven gemacht und dadurch grundsätzlich einen engen Bezug zu diesem Bereich habe." Er berät die Verbandsleitung in Sachen EDV-Ausstattung und steht seinen Kollegen bei technischen Problemen mit Rat und Tat zur Seite. "Es ist mir wichtig, die EDV-Ausrüstung des Verbandes auf möglichst aktuellem Stand zu halten. Ohne modernes Handwerkszeug können wir in der Geschäftsstelle unsere vielfältigen Aufgaben einfach nicht bestmöglich wahrnehmen." Und die sind mit den Jahren nicht weniger geworden, weiß Stratmanns.

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Erstellt durch Isabelle Chlosta, 28.01.2011

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