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Hamburg - Rund 1,6 Millionen Menschen spielen in deutschen Vereinen Tennis und machen den Deutschen Tennis Bund (DTB) zum mitgliederstärksten Tennisverband der Welt. Die Serie "Ein Verband - viele Gesichter" wirft einen Blick hinter die Kulissen des DTB und stellt die Menschen vor, die sich dort engagieren. Einer von ihnen ist der stellvertretende Verbandsdirektor Erik Krzemien.
"Was den Reiz meines Jobs ausmacht? Neben der harmonischen Zusammenarbeit mit den Kollegen hier in der Hallerstraße ist das ganz eindeutig die Vielschichtigkeit der Aufgabenstellungen", erklärt Erik Krzemien. Der 52jährige leitet die DTB-Geschäftsstelle am Hamburger Rothenbaum und ein Blick auf seine Verantwortungsbereiche zeigt: Die Anforderungen an den stellvertretenden Verbandsdirektor sind nicht nur äußerst komplex, sondern auch zahlreich.
Verantwortung für Mitarbeiter und Auszubildende
Der Wahl-Hamburger ist in enger Abstimmung mit Sport- und Verbandsdirektor Klaus Eberhard für die personelle Besetzung der DTB-Geschäftsstelle verantwortlich. "Ich führe Vorstellungsgespräche und Vertragsverhandlungen. Anschließend kommuniziere ich die Ergebnisse an das DTB-Präsidium beziehungsweise an das zuständige Ehrenamt", erklärt der im englischen Coventry geborene Krzemien. Als Ausbildungsleiter betreut er zudem die Auszubildenden, Praktikanten und Rechtsreferendare. "Bislang haben wir im Bereich Ausbildung nur positive Erfahrungen gemacht. Daher wollen wir auch weiterhin motivierten jungen Menschen fundierte Kenntnisse vermitteln und ihnen einen guten Start in die berufliche Karriere ermöglichen", sagt der Vater zweier Töchter voller Überzeugung.
Neben dem Personal koordiniert Erik Krzemien das Ressort "Recht und Struktur". Auch die Gesamtkommunikation mit den Landesverbänden ist Teil seines Aufgabenportfolios. Hinzu kommen die Arbeitsfelder Umwelt und Technik, Wissenschaft und die Planung der DTB-Mitgliederversammlung: "Die Mitgliederversammlung findet zwar nur einmal im Jahr statt, die Organisation nimmt jedoch sehr viel Zeit in Anspruch."
Organisation der DTB-Mitgliederversammlung
Der begeisterte Tennisspieler mit B-Trainerschein bereitet die jährliche Zusammenkunft der Landesverbände vor allem inhaltlich vor: "Das ganze Jahr über sammele ich unsere Satzung oder Ordnungen betreffenden Änderungswünsche. Anschließend durchforste ich die Regelwerke nach Hinweisen auf eventuelle Auswirkungen", erläutert Krzemien. Was folgt, ist die erneute Abstimmung mit den Antragsstellern. "Oberstes Ziel ist es, die Durchgängigkeit der Änderungen zu gewährleisten und die Regel-Modifikationen verständlich zu formulieren." Seine Entwürfe stimmt Erik Krzemien mit DTB-Vizepräsident Günther Lang sowie mit Uwe Glomb, dem Referenten für Satzungsfragen, ab. Den Abschluss dieses Prozesses bildet die Abstimmung über die Änderungsanträge im Rahmen der DTB-Mitgliederversammlung.
An der organisatorischen Abwicklung der Großveranstaltung ist Erik Krzemien ebenfalls maßgeblich beteiligt. Am Anfang steht dabei die Festlegung des Tagungsortes. "In Nicht-Wahljahren schreiben wir die Ausrichtung der Veranstaltung unter den Landesverbänden aus. Die Entscheidung über den Austragungsort fällt das DTB-Präsidium nach Abstimmung mit dem Bundesausschuss." In Wahljahren findet die Mitgliederversammlung in der Regel in Hamburg statt. "Natürlich ist die Vorbereitung der Mitgliederversammlung in Wahljahren erheblich aufwendiger als sonst. Es müssen Wahllisten für sämtliche neu zu besetzenden DTB-Ämter erstellt werden und die Wahlvorschläge sind mit dem jeweils betroffenen Vize-Präsidenten zu diskutieren." Es ist Erik Krzemiens Aufgabe, dafür zu sorgen, dass Abstimmung wie Stimmenauszählung ordnungsgemäß ablaufen.
Zusammenarbeit mit NADA und DOSB
Ein thematisch gänzlich anderes Aufgabengebiet von Erik Krzemien ist der Bereich Anti-Doping. Der Hobby-Skifahrer bildet die kommunikative Schnittstelle zwischen der Nationalen Anti Doping Agentur (NADA), dem DTB und den Athleten. "Meine primäre Aufgabe ist es, über die Anti-Doping-Bestimmungen zu informieren und aktuelle Informationen und Hinweise weiterzugeben." Ein Beispiel aus der Praxis ist die kürzlich von der NADA ausgesprochene Warnung vor Clenbuterol-kontaminiertem Fleisch in China. Erik Krzemien leitete diesen wichtigen Hinweis umgehend an die Athleten und Betreuer sowie die Anti-Doping-Beauftragten in den Landesverbänden weiter. "Neben der Verbreitung solcher Informationen stehe ich den Spielerinnen und Spielern - gemeinsam mit Dr. Wolfgang Stockhausen, dem Anti-Doping-Beauftragten des DTB - bei Fragen rund um dieses Thema zur Seite." Das beinhaltet auch die Anwendung von ADAMS ("Anti-Doping Administration and Management System"), dem globalen Informationssystem, über welches meldepflichtige Athleten der NADA ihren Aufenthaltsort mitteilen.
Ebenfalls in seinen Händen liegt die Vertretung des Deutschen Tennis Bundes in den Gremien des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). "Zu nennen ist hier vor allem die ständige Konferenz der Spitzenverbände, die zweimal im Jahr tagt. Dort werden aktuelle sportpolitische Fragen wie beispielweise die Dopingproblematik oder der Gegenstand der Sportwetten diskutiert", berichtet der Absolvent der Deutschen Sporthochschule in Köln. Auch in der DOSB-Mitgliederversammlung vertritt er die Belange des DTB: "Die Mitgliederversammlung ist das wichtigste Beschlussorgan des DOSB. Neben Präsidiumswahlen und der Verabschiedung des Haushalts wird hier immer wieder auch eine gemeinsame Haltung zu bestimmten Themen beschlossen. So ging es zuletzt neben einer deutschen Olympiabewerbung beispielsweise um die Stellung des Sports in einer ,bewegungsärmeren' Gesellschaft."
Ein ganzes Berufsleben beim DTB
Wie man sieht, hat der stellvertretende Verbandsdirektor viele und vielfältige Aufgabenstellungen und damit verbunden natürlich ein Menge Verantwortung. "Ich arbeite bereits seit 22 Jahren beim Deutschen Tennis Bund und bin da mit der Zeit hineingewachsen", sagt Erik Krzemien und trifft damit den Nagel auf den Kopf. Er ist ein richtiges DTB-Eigengewächs. Nach seiner Ausbildung zum Diplom-Sportlehrer an der Deutschen Sporthochschule und der Weiterbildung zum Wirtschaftssportreferenten am Institut der Deutschen Wirtschaft begann er 1989 seine Karriere beim DTB als Praktikant im Bereich Sport/Jugendsport.
"Mit dem Umzug des DTB von Hannover nach Hamburg wurde ich als Sachbearbeiter im Bereich ,Nationales Tennis' fest eingestellt. Ich habe dann bis zu dessen Ausscheiden 1995 immer mehr Aufgaben vom damaligen Sport- und Verwaltungsdirektor Ulrich Bunkowitz übernommen und das Ressort ,Recht und Struktur' mit aufgebaut." So begleitete Krzemien unter anderem die notwendige Umsetzung des Bosman-Urteils in die DTB-Ordnungen. 1999 wurde er stellvertretender Generalsekretär, seit Anfang 2010 bildet Krzemien gemeinsam mit Klaus Eberhard die Verbandsführung des DTB. "Mein Schwerpunkt liegt im administrativen und strukturellen Bereich, Klaus Eberhard ist primär für Sport und Vermarktung zuständig."
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Erstellt durch Isabelle Chlosta, 04.05.2011
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