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Hamburg - Rund 1,6 Millionen Menschen spielen in deutschen Vereinen Tennis und machen den Deutschen Tennis Bund (DTB) zum mitgliederstärksten Tennisverband der Welt. Die Serie "Ein Verband - viele Gesichter" wirft einen Blick hinter die Kulissen des DTB und stellt die Menschen vor, die sich dort engagieren. Eine von ihnen ist Nikola Jurk, zuständig für den Bereich Lehrwesen.
"Hinter dem Begriff Lehrwesen verbirgt sich ein äußerst vielfältiger Arbeitsbereich", sagt Nikola Jurk. Seit Februar 2011 arbeitet die 30 Jahre alte Rheinländerin beim Deutschen Tennis Bund und zählt damit im Team am Rothenbaum zu den Neulingen. "Ich kümmere mich um alle Themen, die für Tennistrainer wichtig sind. Das beinhaltet die Aus- und Fortbildung, die Erstellung und den Vertrieb von Lehrmaterialien und auch die Verwaltung der Lizenzen", erklärt die Diplom-Sportwissenschaftlerin.
Spaß an Sport und Kindertraining
"Durch mein Studium habe ich viele Bereiche des Sports kennengelernt, unter anderem Trainingslehre und Methodik. Außerdem habe ich nebenbei viel Tennis gespielt und meine Trainerscheine gemacht. Das alles kommt mir jetzt zugute", berichtet Nikola Jurk. Seit ihrem zehnten Lebensjahr steht die sportbegeisterte Frohnatur regelmäßig auf dem Tennisplatz, seit 2002 unterrichtet sie auch selbst. "Vor allem Kindertraining macht mir viel Spaß. Der Nachwuchs ist noch begeisterungsfähiger als Erwachsene und das macht die Arbeit total abwechslungsreich - man weiß nie, was einen erwartet." Warum der Job beim DTB für sie maßgeschneidert ist? "Hier kann ich mein Studienwissen und die im Training gesammelten Erfahrungen einbringen und sogar noch ausbauen." Dementsprechend werden die Projekte im Lehrwesen von Jurk nicht nur administrativ begleitet, auch ihre inhaltlichen Beiträge sind gefragt.
Ein gutes Beispiel ist der vom Deutschen Tennis Bund herausgegebene elektronische Lehrplan für Tennistrainer und alle, die es werden wollen. Er ist offizielle Grundlage der Trainerausbildung und bislang sind dazu vier Module in der Form von CD-Roms erschienen. "Entwickelt werden diese Unterrichtsmaterialien hauptsächlich von DTB-Bundestrainer Hans-Peter Born und Rüdiger Bornemann, dem Referenten für Ausbildung und Training. Ich bin in erster Linie für die Organisation der Produktion zuständig." Bei den in Kürze erscheinenden Programmen "Kinder- und Jugendtraining" und "Methodik" konnte Jurk trotz kurzer Einarbeitungszeit bereits inhaltlichen Input geben. "Ich habe die Module aus Nutzersicht getestet. Das war sehr interessant und aufschlussreich. Ich hoffe, dass ich mich in diesem Bereich zukünftig noch intensiver einbringen kann."
Beruflicher Richtungswechsel
Dass die im niederländischen Heerlen geborene Jurk eines Tages in der Abteilung Lehrwesen des Deutschen Tennis Bundes landen würde, war trotz ihrer Affinität zur Sportwissenschaft nicht abzusehen. "Der Schwerpunkt meines Studiums an der Sporthochschule in Köln lag auf den Bereichen Medien und Kommunikation. Nach meinem Abschluss 2006 habe ich zunächst ein Jahr als freie Mitarbeiterin bei der Bonner Rundschau gearbeitet und anschließend ein zweijähriges Volontariat beim Tennis Magazin in Hamburg absolviert", so die Anhängerin des Fußball-Bundesligisten 1. FC Köln. Nach einigen Monaten als Freiberuflerin entschied sich Jurk Ende 2010 für eine Veränderung. "Journalismus hat mir zwar immer viel Spaß gemacht, aber ich habe die Nähe zur Tennisbasis und dem Vereinssport vermisst", begründet sie diesen Richtungswechsel. Da kam die Ausschreibung der Stelle beim DTB gerade zur rechten Zeit: "Die Beschreibung der Aufgaben und Anforderungen passte genau zu meinen Qualifikationen und Interessen. Das hat man auch nicht so häufig, deshalb habe ich mich direkt beworben - und es hat zum Glück geklappt!"
Eines der ersten Großprojekte von Nikola Jurk ist die Planung und Vorbereitung des im Januar 2012 erstmals in Berlin stattfindenden 25. DTB-/VDT-Bundeskongresses. Dabei handelt es sich um die größte Fortbildungsveranstaltung für Tennistrainer und Funktionäre in Deutschland. "Meine primäre Aufgabe ist die Kommunikation zwischen den veranstaltenden Verbänden VDT (Verband Deutscher Tennislehrer) und DTB sowie der ausrichtenden Agentur." Ganz neu ist das Umfeld DTB-/VDT-Bundeskongress jedoch nicht für die Inhaberin der B-Trainerlizenz. "Ich war die letzten Jahre fast immer dabei, habe die Veranstaltung aber natürlich aus der Teilnehmerperspektive erlebt. Insofern ist die Arbeit hinter den Kulissen jetzt ein spannender Perspektivwechsel."
Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Verbänden
Eine von Nikola Jurks wichtigsten Aufgaben ist die Zusammenarbeit mit ehrenamtlichen Gremien. "Ich kannte diese Arbeit zumindest in Ansätzen aus den Tätigkeiten in meinem früheren Tennisverein. Beim DTB ist das alles natürlich ein paar Nummern größer", sagt Jurk und lacht. "Es gibt in Deutschland ungefähr 20.000 DTB-lizenzierte Trainer und jedes Jahr kommen neue hinzu. Sowohl der DOSB als auch der internationale Tennisverband ITF geben uns Rahmenrichtlinien vor, beispielsweise was den Umfang und die Inhalte der Unterrichtsstunden angeht. Das landet zunächst einmal auf meinem Schreibtisch." Gemeinsam mit Rüdiger Bornemann bereitet sie diese Vorgaben zur Diskussion und Abstimmung im Ausschuss für Ausbildung und Training vor, in dem sich alles um die Planung und Entwicklung der Traineraus- und Fortbildung dreht.
Anschließend müssen die verabschiedeten Regelungen an die C- und B-Trainer weitergegeben werden. An dieser Stelle kommt die Kommission für Lehrwesen ins Spiel. Die Lehrreferenten sorgen dafür, dass die Beschlüsse des Ausschusses für Ausbildung und Training in den Landesverbänden und in den Vereinen umgesetzt werden. "Schließlich sollen dort alle DTB-Trainer mit einer guten fachlichen Qualifikation den Spaß am Tennis weitergeben, für neue Mitglieder sorgen, den Nachwuchs fördern und vielleicht den nächsten Profi auf den Weg bringen", erklärt Jurk. "Damit die Weitergabe funktioniert, stehe ich regelmäßig in Kontakt mit den Lehrreferenten. Außerdem gibt es zweimal im Jahr Kommissionssitzungen, in denen Erfolge und Umsetzungsprobleme besprochen werden."
Neue Aufgabenbereiche ab 2012
Ab dem kommenden Jahr wird sich Jurks Aufgabenspektrum noch einmal erweitern: "Meine Kollegin Christa Kriebisch verabschiedet sich Anfang März in den Ruhestand und übergibt mir dann die Bereiche A-Trainer und Sportwissenschaft." Das bedeutet für die bei Bonn aufgewachsene Jurk nicht nur die Übernahme der Verwaltung von aktuell 485 gültigen A-Trainer-Lizenzen. Sie wird auch für die Organisation der jährlichen Lehrgänge und Fortbildungen zuständig sein. "Bei deren inhaltlicher Gestaltung hat natürlich Bundestrainer Hans-Peter Born die Federführung. Ich kümmere mich um die Schaffung optimaler Rahmenbedingungen", erläutert Jurk. Das umfasst unter anderem die Anmeldung der Teilnehmer, die Betreuung der Referenten und die Buchung der Räumlichkeiten. Darüber hinaus fungiert sie ab dem nächsten Frühjahr als Ansprechpartnerin für sportwissenschaftliche Belange - eine Aufgabe, die sie gemeinsam mit Prof. Dr. Alexander Ferrauti wahrnehmen wird. Den DTB-Referenten kennt Jurk schon aus Studienzeiten - eine weitere Erfahrung, die ihr bei ihrer neuen Arbeit zugutekommt.
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Erstellt durch Isabelle Chlosta, 02.09.2011
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