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Fed Cup Chefin Barbara Rittner |
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Hamburg - Am 6. und 7. Februar trifft das Fed Cup Team von Barbara Rittner in Brünn auf Gastgeber Tschechien. Mit einem Sieg würde die deutsche Mannschaft erstmals seit 15 Jahren wieder in das Halbfinale des bedeutendsten Mannschaftswettbewerbs im internationalen Damentennis einziehen. Im Interview wagt die deutsche Fed Cup Chefin einen Ausblick.
Das deutsche Fed Cup Team ist im Dezember als Team des Jahres mit dem Deutschen Tennis Preis ausgezeichnet worden. Wie ordnest Du das vergangene Fed Cup Jahr ein? Welche Eindrücke nimmst Du in die kommende Saison mit?
Wir haben im vergangenen Jahr zwei ganz enge Partien knapp gewonnen und dabei haben nur wenige Punkte entschieden. Ich bin der Meinung, dass wir mit unserer jungen Mannschaft in die Weltgruppe gehören, auch wenn wir in den letzten Jahren eine Fahrstuhlmannschaft waren und immer wieder auf- und abgestiegen sind. Nun wollen wir erst einmal die Klasse halten. Das Potential dafür haben wir allemal.
Seit Beginn der Australian Open ist bekannt, dass Sabine Lisicki nicht für die Erstrundenpartie gegen Tschechien zur Verfügung steht. Sie will sich auf ihre persönlichen Ziele und ihre Turniere konzentrieren und dabei passt die Reise nach Tschechien nicht in ihre Planung. Kannst Du diese Begründung nachvollziehen?
Ja, auf jeden Fall. Aber natürlich bin ich auch enttäuscht, denn Sabine hätte uns in Tschechien mit Sicherheit weitergeholfen. Gut nur, dass hinter ihr fünf bis sechs weitere Spielerinnen stehen, die Weltgruppenformat haben. Dazu gehört natürlich auch wieder Angelique Kerber, die bei den Australian Open als Qualifikantin die dritte Runde erreicht und mit besonders guten Leistungen auf sich aufmerksam gemacht hat. Ich hoffe, dass wir mit unserem erweiterten Kader in der Lage sind, einen Ausfall wie den von Sabine zu kompensieren.
Wie groß ist die Chance, dass Sabine bei der nächsten Fed Cup Partie Ende April wieder mit dabei ist? Wovon wird ihre Entscheidung Deiner Meinung nach abhängen?
Das wird stark davon abhängen, wie die Partie und vor allem Aspekte wie der Austragungsort und der Bodenbelag in ihren Turnierplan passen. Wir hoffen natürlich und würden uns freuen, wenn Sie das nächste Mal wieder mit im Team ist. Sabine hat im letzten Jahr wichtige Punkte geholt und wäre für die Partie im April natürlich eine große Verstärkung.
Mit Andrea Petkovic, Anna-Lena Grönefeld, Tatjana Malek und Kristina Barrois hast Du für die bevorstehende Aufgabe in Tschechien vier Spielerinnen nominiert, die sehr unterschiedlich ins Jahr gestartet sind.
Das stimmt. Andrea hat ihren Aufwärtstrend weiter fortgesetzt und steht erstmals unter den Top 50. Anna hingegen hatte keinen optimalen Start in das Jahr. Nicht zuletzt ihre zurückliegenden Fed Cup Auftritte haben aber gezeigt, dass sie für die Mannschaft immer wieder das Beste aus sich herausholt und mit ihrer Erfahrung enorm wichtig ist. Für Tatjana, die ebenfalls einen etwas holprigen Start in die Saison hingelegt hat, habe ich mich letztlich entschieden, weil ich auch gegen Tschechien auf jenen Teamgeist setze, der uns gegen China und in der Schweiz ausgezeichnet hat. Deshalb vertraue ich denjenigen, die im vergangenen Jahr mit dabei waren und entscheidende Punkte geholt haben. So wie Tatjana, die zusammen mit Anna das Doppel zum 3:2-Erfolg in Zürich gewonnen hat. Bei Kristina sind es vor allem die konstanten Leistungen, die mich überzeugt haben. Außerdem hat sie sich bei den zurückliegenden Fed Cup Partien in der Schweiz und gegen China perfekt ins Team integriert. Es kann gut sein, dass sie gegen Tschechien zum Einsatz kommt.
Das tschechische Team ist ebenso wie die deutsche Mannschaft sehr ausgeglichen. Die beste Tschechin steht in der Weltrangliste an Position 41, Andrea Petkovic nur acht Plätze dahinter. Wie siehst Du die Chancenverteilung kurz vor den Abreise nach Brünn?
Ich glaube, dass am Ende die Tagesform entscheiden wird. Tschechien hat ein starkes, ausgeglichenes Team und darüber hinaus natürlich auch den Heimvorteil, aber wir glauben an unsere Chance und wollen sie nutzen. Wenn wir es wie im vergangenen Jahr schaffen, Teamgeist zu zeigen und an unsere Grenzen zu gehen, können wir das Halbfinale erreichen.
Von sieben deutschen Spielerinnen in den Top 100 der Weltrangliste sind fünf 22 Jahre alt oder jünger und auch Anna-Lena Grönefeld ist gerade mal 24. Welche Perspektiven hat dieses junge deutsche Team? Was ist in den nächsten Jahren im Fed Cup drin?
Zunächst einmal wollen wir uns in der Weltgruppe etablieren, das ist zunächst unser Ziel. Sollte uns das gelingen, ist in den nächsten Jahren durchaus auch mal ein Halbfinale oder Finale drin. Langfristig wollen wir aber den Fed Cup auch gewinnen, das Potential hierfür ist durchaus vorhanden. Dafür müssen aber alle gesund und mit an Bord sein.
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Erstellt durch Oliver Quante, 27.01.2010
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